Bewegen, wie man es kann

Man erlebe das Joggen im Wasser auch ein wenig wie Fahrradfahren, so Andrea Keitel. Es sei ziemlich einfach. Sie kann sich an keinerlei Anfangsprobleme erinnern. Vielleicht ist es auch schon zu lange her? Sie lacht: „Den Neuen in unserer Gruppe hilft es für ihren Einstieg auf jeden Fall, wenn sie sich unter Anleitung am Beckenrand an die Bewegungsart gewöhnen können.“

Und was ist für die gesamte Gruppe der Gewinn der ständigen Kursleitung durch eine ausgebildete Physiotherapeutin? „Es war uns von Anfang an wichtig, dass jemand kompetent auf die individuellen Gelenkprobleme eingehen kann. Mit dieser Begleitung kann jeder beim Aquajogging, mitmachen, der sich ins Wasser traut, egal, wie schwer er vom Rheuma betroffen ist und ob er künstliche Gelenke hat oder nicht.“ Und die Nichtschwimmer? „Auch die sind dabei“, ergänzt Andrea Keitel, „und machen dort ihre Übungen, wo sie noch stehen können. Wenn jemand eine Übung nicht in der vorgesehenen Form mitmachen kann, dann wird sie etwas abgewandelt. Jeder macht so, wie er halt kann, auch Pausen sind vorgesehen.“
Mit Schwimmbrettern kann man sogar noch Übungen für Arme, Schultern und Rücken gegen den Wasserwiderstand verstärken. Wenn Bretter zu viel Kraft erfordern, kann die Zwischenvariante mit Spezialhandschuhen eingesetzt werden. Diese Handschuhe erinnern eher an Froschfüße mit Schwimmhäuten. „Wenn beispielsweise meine Ellbogen zu sehr wehtun, sind mir Bretter zu viel, aber die Handschuhe tun mir gut“, erläutert Andrea Keitel. Alle Bretter und Handschuhe wurden für die Gruppe durch die Arbeitsgemeinschaft bezuschusst angeschafft. Die Jogginggürtel wurden gespendet.


Gemeinsam mit mehr Spaß 

Aquajogging: gemeinsam mit mehr Spaß„Sich gemeinsam mit anderen zu bewegen ist einfach schöner und speziell die Bewegung im Wasser ist für die meisten von uns leichter.“ Diese Erfahrung teilt Andrea Keitel mit dem „harten Gründerkern“ der Jogginggruppe von Frauen und Männern im Alter zwischen heute 35 bis 60 Jahren. Immer wieder haben sich in den vergangenen Jahren wechselnde Teilnehmer zu ihnen gesellt. Nach jeder Aquajogging-Stunde ist Andrea Keitel auch heute noch ziemlich k.o., später fühle sie jedoch, dass sie beweglicher sei und es ihr besser gehe. Auch ihre Ausdauer, sagt sie, hat sich mit dem Aquajogging verbessert. Gut sei, dass sie inzwischen die Organisation der Gruppe übernommen habe und sich verantwortlich fühle. „Manchmal muss ich, wie andere auch, meinen inneren Schweinehund überwinden. Man weiß ja, dass Bewegung wichtig ist, und das hält mich dabei.“ Sie lächelt: „Und außerdem haben wir in der Gruppe gemeinsam jede Menge Spaß.“ Genau genommen ist für sie der Spaßfaktor ganz entscheidend. Aquajogging gehört so jetzt seit über sechs Jahren zu ihrem ständigen Bewegungsalltag dazu. Die Gruppenteilnehmer sagen ihr oft, wie wichtig ihnen diese Aquajogging- Gruppe ist – der Dienstag von 17 bis 18 Uhr ist fest dafür reserviert.

Außerdem macht Andrea Keitel einmal in der Woche Krankengymnastik und fährt jeden Tag Fahrrad. Ihre Familie hat einen Hund und der muss jeden Tag ausgeführt werden – das ist die beste Bewegungstherapie.


Zurück: undefinedUnd dienstags zum Joggen ins Wasser  

 

Der Artikel stammt aus der Mitgliederzeitschrift mobil 5/12 der Deutschen Rheuma-liga