Und dienstags zum Joggen ins Wasser

Erste Erfahrungen mit Aquajogging machte Andrea Keitel in einem „normalen“ Kurs. Dort kam die Frage auf: Warum nicht so etwas speziell für Rheumatiker machen? Gesagt, getan.


Der Frust über zu kaltes Wasser und zu wenig rheumatologisches Hintergrundwissen des Kursleiters brachte für Andrea Keitel etwas ins Rollen. Damals hatte die seit dem Kindesalter an juveniler idiopathischer Arthritis erkrankte Augsburgerin bereits fünf Jahre die Gruppe der Jungen Rheumatiker am Ort geleitet. Als sie ihre Enttäuschung bei Natascha Schwenk, der bayerischen Landessprecherin der Jungen Rheumatiker und Mitglied der Gruppe, loswerden wollte, hatte diese die zündende Idee, doch selbst in der Rheuma-Liga einen Kurs auf die Beine zu stellen. Natascha Schwenk übernahm sogleich die Organisation. Sie fragte die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Augsburg, ob sie die Gruppe bei der Umsetzung finanziell unterstützen würde und bekam das Okay. Denn unter Funktionstraining konnte ja solch ein Angebot nicht laufen. Seitdem wird die Aquajogging-Therapeutin von der Arbeitsgemeinschaft Augsburg bezahlt. Im Stadtbad von Augsburg wurde einmal wöchentlich eine Schwimmbahn gemietet. Die Teilnehmer trugen die Kosten der Therapiestätte. So ging es los.

Schwerelos fit halten

AquajoggingSeit 2006 joggen nun im Schnitt sieben Mitglieder der Augsburger Arbeitsgemeinschaft jede Woche für eine Stunde im etwa zwei Meter tiefen Wasser. Jeder schnallt sich zuvor einen Aquajogging-Gürtel aus Schaumstoff um. Solche Gürtel kann man über Sportfachgeschäfte beziehen oder im Internet googeln. Sie haben die Aufgabe, den Jogger im Wasser an der Oberflächezu halten, auch wenn er keinen Boden mehr unter den Füßen hat. „Im tiefen Wasser steht man damit ganz gerade und fühlt sich fast schwerelos“, beschreibt Andrea Keitel. Die Arme gebeugt beginne man dann mit den Beinen die typischen Joggingbewegungen, in der Regel ohne fehlende Bodenberührung und damit Stoßbelastung (siehe Foto). Der Bewegungsablauf gleicht eigentlich dem Jogging an Land und bietet auch als Training eine echte Alternative, um fit zu bleiben. Man muss schon erhebliche Kraft einsetzen, um von der Stelle zu kommen. Bemerkenswert ist, dass dabei die gemessenen Herzfrequenzen deutlich niedriger sind als beim Laufen an Land. Sportwissenschaftler führen dies darauf zurück, dass der Anteil der aktiven Muskelmasse beim Aquajogging geringer ist, da das Körpergewicht im Wasser weniger zum Tragen kommt.

 

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