10.05.2012

Statements der Partner

Warum ist Bewegung bei Rheumaschmerzen - und damit auch die Kampagne - so wichtig? Die Vorsitzenden der Partnerverbände erläutern.

Prof. Ekkehard Genth

Prof. Ekkehard Genth, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, hält sich selbst mit Radfahren und Ergometertraining fit.

"Bewegung und Ausdauertraining sind eine notwendige „Basistherapie“ bei Schmerzen und Funktionsstörungen am Bewegungssystem. Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie haben einen hohen Stellenwert in der Behandlung rheumatischer Krankheiten. Je nach Erkrankung und Krankheitszustand stehen die Vorbeugung und Behandlung von Schmerzen oder die Erhaltung von Beweglichkeit, Kraft oder Ausdauer im Vordergrund. Budgetierung steht dem Wunsch der Rheumatologen nach mehr Physiotherapie gegenüber. Das Funktionstraining, regelmäßige Eigenübungen und Ausdauertraining sind eine wichtige Ergänzung. Die Forschung hat bei vielen rheumatischen Krankheiten gezeigt, dass aktives Training von Ausdauer und Bewegung Schmerzen und andere Beschwerden bessert und auch bei Gelenkschäden zu Verbesserungen führt. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie wird die Aktivitäten der Kampagne aktiv unterstützen: in den regionalen kooperativen Rheumazentren mit Informationen und Materialien für regionale Veranstaltungen, in den regionalen Rheuma-Liga-Gruppen und den lokalen rheumatologischen Einrichtungen und Praxen."

 

Dr. Edmund Edelmann

Dr. Edmund Edelmann, 1. Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen, joggt gerne und spielt regelmäßig Tennis. Bergsteigen und Skifahren unternimmt er vor allem gemeinsam mit der Familie.

"Insbesondere bei entzündlichen Rheumaformen wie der rheumatoiden Arthritis oder den entzündlichen Achsen skeletterkrankungen wie dem Morbus Bechterew lassen unter wohldosierter Bewegung und Vermeidung von zu starken Gelenk- und Wirbelsäulenbelastungen sowohl die krankheitstypische Steifigkeit des Bewegungsapparates als auch die Schmerzen nach. Bei den genannten entzündlichen Rheumaformen haben allerdings regelmäßig durchgeführte Trainingsprogramme erst durch die erheblichen Fortschritte in der medikamentösen Therapie Aussicht auf einen nachhaltigen Erfolg. Durch die in den vergangenen Jahren möglich gewordene Verhinderung von Rheumaschüben und einer fortschreitenden Gelenkzerstörung kann erstmals eine kontinuierliche körperliche Aktivität in Form von zum Beispiel gezieltem Gerätetraining, von Ausdauersportarten und von weichen Bewegungsübungen wie im Yoga, Tai Chi, Qigong und auch Feldenkrais in den Vordergrund einer begleitenden nicht-medikamentösen Behandlung gestellt werden. Als Partner der Kampagne möchten wir einen Beitrag für ihren Erfolg leisten und damit für einen günstigeren Krankheitsverlauf und für eine bessere Lebensqualität der Patienten mit rheumatischen Erkrankungen: mit Beiträgen in den Medien und gemeinsam mit der Rheuma-Liga organisierte und getragene Veranstaltungen."

 

Jörg Robbers

Jörg Robbers, Geschäftsführer des Verbands Rheumatologischer Akutkliniken, fährt gerne Rad und Kanu, liebt Musik und gestaltet gerne aktiv Kunst.

"Wir begrüßen diese Kampagne sehr, weil erstmals eine konzertierte Aktion startet, an der sich sowohl die „Versorger“ wie auch die Wissenschaft und die Patienten betei - ligen. Die Planung und das Miteinander waren sachlich, kompetent und fair. Ich bin sicher, das wird sich auch in der weiteren Kampagnenumsetzung fortsetzen. Unser Verband vertritt an die 60 hoch spezialisierte rheumato - logische Einrichtungen, Rheumaabteilungen in Kliniken und Rheumazentren. Die stehen alle hinter der Kampagne."

 

Prof. Fritz Uwe Niethard

Prof. Fritz Uwe Niethard, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, joggt im Sommer mit seiner Frau und spielt Golf. Im Winter hält er sich mit Heimtraining bei Musik fit.

"Es schmerzt; ich kann mich nicht mehr bewegen“ – das sind die Alltagsprobleme der orthopädischen und rheumatologischen Praxis. Die Kampagne „Aktiv gegen Rheumaschmerz“ stärkt die Vorbeugung vieler Schmerzzustände an Knochen, Gelenken und der Wirbelsäule. Aktivität ist angesagt; denn nur sie kann zum Wiederaufbau brach liegender Strukturen und Fähigkeiten beitragen. Aktivität stärkt das Bewusstsein für den eigenen Körper, beseitigt funktionelle Defizite und hilft bei der Integration in den Beruf und die Gesellschaft. Wie die wissenschaftliche Literatur zeigt, beseitigt körperliche Aktivität auch Stoffwechselstörungen, baut Übergewicht ab und hilft sogar gegen Depressionen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie unterstützt die Kampagne „Aktiv gegen Rheumaschmerz“ nachhaltig. Orthopäden in Klinik und Praxis werden die Gelegenheit „beim Schopfe packen“ und die Betroffenen über ihre Möglichkeiten der Aktivierung aufklären. Die bebilderten Broschüren der Kampagne und die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Orthopädie und Physiotherapie bieten her - vorragende Voraussetzungen für eine Verwirklichung des Kampagnenziels.

 

Prof. Christof Specker

Prof. Christof Specker, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft regionaler kooperativer Rheumazentren, bedauert, nur selten Badminton spielen und Skifahren zu können. Er macht jedoch täglich fünf Minuten Morgengymnastik.

"Wir brauchen mehr Bewusstsein dafür, dass die Menschen mit rheumatischen Erkrankungen selbst aktiv werden müssen, nicht nur um mit der Erkrankung klarzukommen, sondern auch mit den Schmerzen. In der Behandlung der Patienten hat die Bewegungstherapie sicher einen großen Stellenwert. Durch Restriktionen der Krankenkassen beziehungsweise der kassenärztlichen Vereinigungen, aber auch durch mangelnde Motivation und Motivierbarkeit der Betroffenen wird sie allerdings untergraben. Daran müssen wir arbeiten: durch Information des Patienten, öffentliche Veranstaltungen der Deutschen Rheuma-Liga und der regionalen kooperativen Rheumazentren der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie."

 

Prof. Stefan Rehart

Prof. Stefan Rehart, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie, ist sportlich regelmäßig aktiv mit leichtem Ausdauertraining, Ergometertraining und Tennis.

"Trotz Schmerzen in Knochen und Gelenken aktiv sein und bleiben?! Ja: gegen Rheumaschmerzen und gegen Einschränkungen der Gelenke und Knochen, vor allem aber: für ein lebenswertes Leben mit einer akzeptablen Teilhabe an allen sozialen Aktivitäten! Bewegungstherapie, Krankengymnastik und leichter Sport haben einen hohen Stellenwert zur Förderung von Gesundheit der betroffenen Menschen, im Intervall, extrem wichtig auch vor und nach einer Operation. Kaum eine andere Berufsgruppe hat sich dem Motto der aktuellen Kampagne der Deutschen Rheuma-Liga bereits traditionell so verschrieben, wie die deutschen Orthopäden und orthopädischen Rheumatologen. Deren wichtigstes Anliegen ist es, Schmerzen zu lindern und Funktionsstörungen zu beheben. Gerne beteiligen wir uns daher an dieser Aktion eines Bündnisses von Partnern im Dienste der Patienten. In Kooperation mit den regionalen Rheuma-Liga-Verbänden, mit Aktionen am Welt- Rheuma-Tag und durch Aktivitäten im Internet. "

 

Prof. Schneider, Rotraut Schmale-Grede

Prof. Matthias Schneider und Rotraut Schmale-Grede, Vorstandsmitglieder der Rheumastiftung.

"Rheumaschmerz ist eines der deutlichsten und un angenehmsten Zeichen, dass ein krankheitsbedingtes Geschehen abläuft. Aber es gibt etliche Methoden, gegen diesen Schmerz anzugehen. Methoden, die nicht nur von außen kommen müssen, sondern auch von den Betroffenen. Der selbstbestimmte Patient wird aktiv und nimmt den Verlauf seiner Erkrankung selbst in die Hand. Denn wie gut tut ein Erfolg, den man durch eigenes Handeln hat. Die Chance, dieses po sitive Er - lebnis allen Betroffenen zu ermöglichen, sie darüber zu informieren und bei der Umsetzung zu mo tivieren und zu begleiten, bietet die Kampagne. Die Rheumastiftung begrüßt diese Initiative und wünscht einen guten Erfolg."